Im Technologiepark Adlershof kommen zahlreiche Forschungs- und Anwendungsprojekte zum Thema Solarenergie zusammen. Hier wird beraten, geforscht und neue Technologien und Anwendungsfelder real erprobt. In diesem Beitrag möchten wir eine Auswahl der aktuell laufenden Projekte vorstellen. 

Am Standort des Helmholtz Zentrum Berlin (kurz HZB) in Adlershof entstehen derzeit Fertigungsanlagen für Tandem-Solarzellen, Solarzellen bestehend aus den Materialien Silizium und Perowskit. Diese zeichnen sich durch einen besonders hohen Wirkungsgrad aus und sollen künftig im industriellem Maßstab hergestellt werden. Das Innovationslabor für die Forschung an hybriden Silizium-Perowskit-Strukturen (HySPRINT) wird dafür in diesem Jahr eine neue, durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanzierte Anlage für das vakuumtechnische Abscheiden verschiedener Materialien nutzen können. Das Team von HySPRINT ist überzeugt, dass die kommerzielle Nutzung von Silizium-Perowskit-Tandemsolarzellen damit einen großen Schritt näher rückt (weitere Informationen hier).

Zusätzlich dazu entstehen in Adlershof Solarzellen aus dem Drucker. Hierzu forscht die HU zusammen mit dem HZB (weitere Informationen hier). Daran arbeitet auch das Start-up Oreltech, das leitende, metallische Druckertinten entwickelt. Diese können auch bei der Produktion von Solarzellen verwendet werden. Im sogenannten Inkjet-Prozess lassen sich beispielsweise transparente Leiterbahnen in Touch-Displays oder flexible Solarzellen herstellen (weitere Informationen hier).

In Adlershof werden aber nicht nur Technologien für die zukünftige Anwendung entwickelt, sondern bereits real angewendet. Die Beratungsstelle für bauwerkintegrierte Photovoltaik, kurz BAIP, vermittelt Wissen z.B. über verfügbare Technologien, Gestaltungsoptionen, Produkte, technische Umsetzbarkeiten oder rechtliche Rahmenbedingungen. Das ist von besonderer Bedeutung, weil die ambitionierten Klimaziele nur erreicht werden können, wenn der Gebäudebestand bis 2050 nahezu klimaneutral gestaltet ist. Dazu bieten die Flächen von Gebäuden große und unerschlossene Potentiale, die für eine dezentrale Stromerzeugung mit Photovoltaik aktiviert und genutzt werden können.

In kräftigem Blau schimmern die Solarmodule an der Fassade einer neuen Halle am HZB. Es sind spezielle CIGS-Dünnschichtmodule, die in Deutschland produziert werden und speziell für die Integration in die Gebäudehülle entwickelt wurden.

Ein Erweiterungsbau des HZB wurde erst kürzlich fast komplett mit einer Solarfassade ausgestattet (siehe Fotos rechts. Weitere Informationen hier).

Mittlerweile wird im Technologiepark Adlershof kaum mehr ein Gebäude ohne Nutzung von Solarenergie errichtet. Bauten in Adlershof mit PV-Elementen sind zum Beispiel das ATOS-Gebäude, genannt „The Curve“ oder das Zentrum für Erneuerbare Energien und Photovoltaik ZPV.

Auf dem Campus „Am Oktogon“ wurde 2010 die seinerzeits größte PV-Dachanlage Berlins ausgestattet (siehe Fotos unten. Weitere Informationen bei solarserver.de und energie-experten.org).