Startups im Energiesektor

Es sind nicht nur die Energieträger für die Stromerzeugung, die sich durch die Energiewende ändern. So kommen auch viele weitere neue Technologien, wie Energiespeicher und Energiemanagementsysteme auf den Markt. Hinzu kommt der Wandel durch die Digitalisierung der Energiewirtschaft. Beides wird mittlerweile stark von agilen, meist jungen Unternehmen, den Startups, vorangetrieben.

Warum sind Startups wichtig in der Energiewende?

Durch die Energiewende und die Digitalisierung wird sich die komplette Struktur der Energieversorgung verändern. Nichts wird in der Energiewirtschaft mehr so sein, wie es früher einmal war. So werden die Zeiten der reinen Kunden-Lieferanten-Beziehung, die sich auf eine Kontaktaufnahme pro Jahr zur Ablesung und Rechnungstellung beschränkt, der Vergangenheit angehören. Es wird auch viele kleine Stromerzeuger und -lieferanten geben anstelle von ein paar wenigen Stromproduzenten.  Die Kunden sind heute mündiger, wollen transparentere Lieferanten, mehr Kommunikation und vor allem wollen sie ihren Strom selbst produzieren. Damit vermischen sich die Produzenten und Konsumenten, aus den Versorgern werden Dienstleister. Der Markt verändert sich also komplett, er benötigt daher neue Geschäftsmodelle.

Hinzu kommt, dass die Versorgung mit erneuerbaren Energien neue Anforderungen an die Energiewirtschaft stellt. Damit kommen ganz neue Aufgaben für die Energieunternehmen hinzu. Es werden Speicher benötigt auf den verschiedenen Netzebenen, Strom wird auch mehr in den Bereichen Wärme und Mobilität genutzt, kleine Erzeuger werden gemeinsam vermarktet und Strategien für ein Energiemanagement auf lokaler Ebene, im Unternehmen und im Haushalt sind gefragt.

Die Vorteile von Startups

Die Gründerinnen und Gründer in den Startups sind von Anfang an auf die neue Struktur und Anforderungen ausgerichtet. Diese wollen die Veränderungen mit ihrem Unternehmen aktiv vorantreiben. Sie haben ihren Fokus nur auf die neuen Anforderungen ausgerichtet, vielleicht sind sie der Zeit sogar voraus. Die klassischen Energieversorger oder Energieunternehmen hingegen arbeiten nur nebenbei an künftigen Strukturen und Angeboten. Innovationsprozesse in Unternehmen gehen in der Regel vom aktuellen Geschäftsmodell aus und verbessern dieses schrittweise. Die großen, disruptiven Veränderungen werden daher bei etablierten Unternehmen häufig zu spät erkannt.

Startups können schnell neue Ideen auf den Markt bringen, welche die Energiewende voranbringen. Sie werden in der Regel gegründet, um die Energiewende aktiv zu unterstützen und sie erkennen die Lücken auf dem Markt.

Im Gegensatz zu den klassischen Unternehmensgründungen zeichnen sich Start-ups durch einige Besonderheiten aus. Sie sind zum einen mit ihrem Geschäftsmodell oder mit der entwickelten Technologie besonders innovativ. Und zum anderen streben sie ein besonders hohes Wachstum bei Umsatz und/ oder Zahl der Mitarbeiter an.

Beschleunigung der Gründung durch Acceleratoren

Die Unterstützung von Start-ups in der Gründungsphase erfolgt häufig durch sogenannte Acceleratoren. Den Begriff kann man wörtlich verstehen, sie sind Beschleuniger der Unternehmensgründung. Dies geschieht durch zahlreiche Workshops, Coachings und Mentoring durch erfahrene Unternehmer und erfolgreiche Gründer. Hinzu kommt oft eine finanzielle Förderung und die Möglichkeit zur Nutzung von Büroräumen. Durch die Unterstützung von Acceleratoren wird die Zeit bis zu einem Markteintritt verringert und es erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Starts auf dem Markt.

Climate-KIC Accelerator

Die europäische Innovationsinitiative für klimafreundliche Technologien Climate-KIC wurde von der EU 2010 gegründet. Sie fördert Innovationsprojekte, Start-ups und Nachwuchs-Innovatoren in 15 europäischen Ländern. Jedes Jahr werden neue grüne Start-ups ins Förderprogramm aufgenommen und auf dem Weg von der Idee zum Markt begleitet. In ganz Europa wurden bisher mehr als 500 Start-ups auf den Weg gebracht. Seit dem Start in Deutschland in 2011 hat Climate-KIC über 90 Start-ups gefördert. Einige dieser Start-ups sind mittlerweile Mitglied im Berlin-Brandenburg Energy-Network.

Der Hauptsitz von Climate-KIC in Deutschland ist auf dem EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg. Dort steht auch die Green-Garage mit Büroräumen für sechs Gründer-Teams und einem Veranstaltungsraum, der auch als Co-Working-Space genutzt werden kann. Die Nutzung der Räume gehört, neben Coachings, Workshops und finanzieller Förderung, zu der Unterstützung durch den Accelerator.

Adlershof A2 Accelerator

Als Betreibergesellschaft des Wissenschafts- und Technologieparks Berlin-Adlershof hat die Wista Management GmbH im Jahr 2015 den Adlershof A2 Accelerator ins Leben gerufen. Mit diesem Programm erhalten die Gründerinnen und Gründer Zugang zu einem großen Netzwerk in Politik und Wirtschaft, um sich am Standort Berlin etablieren zu können.

Innerhalb von fünf Monaten erhalten die Start-ups neben dem notwendigen Fachwissen für die Unternehmensgründung Zugang zu Marktpartnern aus der Energiebranche. Industriepartner aus den wesentlichen Bereichen der Wertschöpfungskette vermitteln Einblicke in die Praxis, stehen als Ansprechpartner zur Verfügung und führen gemeinsame Pilotprojekte durch.

InnoEnergy Business Creation

Der Bereich Business Creation des europäischen Innovationsförderers InnoEnergy ist der größte Accelerator Europas im Bereich nachhaltiger Energien. InnoEnergy investiert in einer frühen Phase in die Startups um sie individuell zu unterstützen. Gemeinsam werden Pläne erstellt für eine erfolgreiche Entwicklung der Gründerteams innerhalb von maximal zwei Jahren. InnoEnergy übernimmt dabei die Rolle eines Lead-Investors und eines Risikopartners.

Die Startups erhalten ein intensives Coaching und Zugang zu einem großen europaweiten Netzwerk aus Industrie, Forschung und Investoren. Aus dem Accelerator-Programm heraus können sich die Gründerinnen und Gründer für eine weitere Finanzierung durch InnoEnergy als technologieorientierte Projektfinanzierung oder Private-Equity-Finanzierung bewerben.

Cleantech Innovation Center Berlin

Gründerteams und junge Unternehmen benötigen viel Raum für die Verwirklichung ihrer Ideen und Projekte. Im Cleantech Innovation Center (CIC) in Berlin-Marzahn finden sie diesen Raum zu günstigen Preisen. Dazu gehört die passende Infrastruktur in Büro- und Werkstatträumen In unmittelbarer Nähe befindet sich der Cleantech Business Park für produzierende Cleantech-Unternehmen.

Das Cleantech Innovation Center setzt auf junge und wachsende Unternehmen der Cleantech-Branche. Neben dem Raumangebot bietet das CIC ein Mentorenprogramm mit zahlreichen Experten aus unterschiedlichen Gebieten, die alle ein Interesse an der Cleantech-Branche haben.