Internationalisierung

Die Verbreitung der Erneuerbaren Energien und der Umbau der Energiesysteme lässt sich weltweit beobachten. Die Frage ist, welche Chancen gehen damit für die Akteure der Energiewirtschaft einher? Welchen Beitrag können EE-Technologien made in Germany für eine globale Energiewende leisten? Wie finden diese ihren Weg zu internationalen Märkten?

Während auf politischer Ebene Weichenstellungen und Rahmenbedingungen für eine globale Energiewende erfolgen, bringen sich Städte, Kommunen, Unternehmen und Start-ups aktiv in die Umsetzung der Energiewende ein. Von ihnen gehen wichtige Impulse, Initiativen und Projekte für eine globale Energiewende aus.  

Globale Verbreitung der Erneuerbaren Energien

Weltweit haben sich die erneuerbaren Energien (EE) innerhalb eines kurzen Zeitraums rasant verbreitet. So verdreifachten sich die Stromerzeugungskapazitäten der erneuerbaren Energien innerhalb einer Dekade, allen voran Photovoltaik und Windkraft.

Die Gründe für die rasche Verbreitung der EE sind vielfältig. Neben technologischen Durchbrüchen in den vergangenen Jahren bei PV und Windkraft, gab es Effizienzsteigerungen sowie eine Steigerung der Wirkungsgrade. Parallel dazu ließen Produktivitätssteigerungen, zum Beispiel durch verbesserte Herstellungsverfahren, den optimierten Einsatz von Materialien sowie Skaleneffekte, die Preise fallen. Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen beförderten parallel den Ausbau der EE. In vielen Ländern dieser Erde wurden politische Rahmenbedingungen geschaffen, die konkrete Ausbauziele für Erneuerbare Energien beinhalten.

Steigendes Investitionsvolumen

Weitere Wachstumsfaktoren sind der verbesserte Zugang zu Finanzierungen, die wachsende Bedeutung von Klimaschutz, Energiesicherheit und die steigende Nachfrage nach Energiedienstleistungen. So wuchsen in den letzten Jahren nicht nur die Erzeugungskapazitäten der erneuerbaren Energien auf ein Rekordniveau, sondern auch die Investitionen in erneuerbaren Energien.

China entwickelt sich zum Vorreiter. Mehr als ein Drittel der Investitionen tätigte das Land.  Das trug dazu bei, dass erstmalig die Investitionen in Erneuerbare seitens der Entwicklungs- und Schwellenländer die der Industriestaaten überstiegen. Zugleich führt das steigende Investitionsvolumen zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im erneuerbaren Energiesektor. Zwar sind diese Entwicklungen vorrangig im Stromsektor zu beobachten. Gleichzeitig nahm aber auch die Nutzung der erneuerbaren Energien für den Wärmesektor und den Verkehrssektor zu. Dennoch besteht hier nach wie vor eine Lücke, die es in den kommenden Jahren zu schließen gilt.

Vorreiter Wind und Photovoltaik

Insbesondere die Photovoltaik und Windkraft profitieren vom weltweiten Zubau. Beides sind auch die in Deutschland am weitesten entwickelten EE-Branchen. Sie sind Schlüsseltechnologien, die ebenso für den Export eine wichtige Rolle spielen.

Schon heute erzeugen PV und Windkraftanlagen an bestimmten Standorten der Welt Energie kostengünstiger als neue konventionelle Kraftwerke. Absehbar ist, dass mit steigender Anzahl an Standorten, sie die konventionellen Energieträger immer mehr verdrängen werden.

Blick auf Deutschland  

Für immer mehr Länder der Erde nehmen die erneuerbaren Energien eine bedeutende Stellung in ihrer energiepolitischen Ausrichtung ein. Wie sich diese künftig weiterentwickelt, hängt von politischen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Märkte ab. Deutschland kann als Hochtechnologiestandort mit einem hohen Anteil an industrieller Wertschöpfung den Weg für den Ausbau der erneuerbaren Energien mitbestreiten. Als Vorreiternation für die Energiewende und Paradebeispiel für eine umfassende Transformation des Energiesystems eines hochindustrialisierten Landes bestehen vielfältige Möglichkeiten sich für eine globale Energiewende einzubringen.

Insgesamt ist Deutschland auf dem Weg sein Energiesystem auf erneuerbar und nachhaltig umzubauen. Zudem werden große Anstrengungen unternommen, Energie effizienter zu nutzen. Der Primärenergieverbrauch ist in den letzten Jahren spürbar gesunken. Mit der Energiewende bieten sich Chancen für Modernisierung, den Ausbau neuer Arbeitsplätze sowie Erfahrungen, Wissen und grüne Technologien mit anderen Nationen zu teilen.

Geschäftschancen und Exportmöglichkeiten

Während sich hierzulande die Debatten um die Energiewende häufig auf die Ausbauziele von EE-Anlagen, die Höhe der EEG-Umlage und die Reduktionsziele von CO2-Emissionen verkürzen, geraten die Potenziale der Erneuerbaren Energien für Wirtschaft und Umwelt oft aus dem Blickfeld. Allein durch den Export klima- und umweltfreundlicher Technologien könnte ein weitaus größerer Beitrag für Umwelt und Klimaschutz getan werden, als es hierzulande möglich wäre.

Für Unternehmen aus dem erneuerbaren Energiesektor ergeben sich daraus Möglichkeiten für neue internationale Kooperationen und Projekte. Zusammen mit den Fortschritten der EE-Technologien, Digitalisierung und Sektorkopplung bergen diese vollkommen neue, bislang ungeahnte Chancen für Akteure der Energiebranche. Neben ihrem Potenzial für Kooperationen und gemeinsame Projekte, könnten sie Lösungen für eine weltweit steigende Energienachfrage bieten.

Nicht nur in Deutschland wächst der Handlungsdruck hinsichtlich der Integration der erneuerbaren Energien in das Energiesystem. Länder, die ihre Ausbauziele hochgesteckt haben, betrifft es ebenso. Für sie stellt sich die gleiche Kernfrage, wie sich diese in ein bestehendes oder künftig zu errichtendes Energieversorgungssystem integrieren lassen.

Herausforderungen für internationale Energiewende-Projekte

Somit ist der Wandel der Energiesysteme kein deutsches Phänomen, sondern ein weltweites. Auch wenn sich die Verbreitung fluktuierender erneuerbarer Energien noch recht unterschiedlich gestaltet. Ausschlaggebend dafür sind nicht nur rechtliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Faktoren. Großen Einfluss haben auch geografische Gegebenheiten und der Entwicklungsstand der Energieversorgungsysteme im jeweiligen Land. Nicht jedes Land verfügt zudem über gleich viel Zugang zu erneuerbaren Energiequellen.

Dänemark zum Beispiel ist ein Land mit überdurchschnittlichen Windpotenzial. Wohingegen Solarkraft für das Land kaum eine Rolle spielt. Anders sieht es in Indonesien aus. Das Land verfügt über reichlich Sonne, hat aber kaum Windressourcen zur Verfügung. Andere Länder wie beispielsweise Südafrika, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Portugal oder Spanien verfügen über vielfältige erneuerbare Ressourcen, jedoch unterschiedlich regional verteilt.  Diese Unterschiede spiegeln sich in der Ausgestaltung der Energiesysteme in den einzelnen Ländern wider. Sie bringen spezifische Restriktionen für die Länder und deren Gestaltung der Energiesysteme mit sich. Diese Gegebenheiten sind bei der Initiierung von internationalen Projekten zu beachten. Sie erfordern entsprechende Kenntnisse der nationalen und geografischen Besonderheiten bei der Planung und Umsetzung von Projekten.    

Fazit

Insgesamt spielen somit geografische, wirtschaftliche, kulturelle und politische Faktoren eine zentrale Rolle für internationale Kooperationen und Projekte. Entscheidend ist auch die Frage des jeweiligen Entwicklungsstandes der Energiesysteme der einzelnen Länder. Um die Potenziale für die Verbreitung erneuerbarer Energien weltweit zu nutzen, braucht es vorab eine gute Analyse der Ausgangsbedingungen, den Zugang zu Kapital und Märkten sowie Kontakte und Netzwerke. Förderprogramme und Anlaufstellen bieten Unterstützung für internationale Kooperationen. Einige davon möchten wir hier Unternehmen der Energiewirtschaft aus Berlin und Brandenburg kurz vorstellen.