– Flugwindkraftanlagen als Booster für die Windenergie

– Massive Investments in die Entwicklung neuer Technologien erforderlich

– EnerKíte repräsentiert Brandenburg im Deutschen Pavillon auf der Expo 2020 Dubai

Potsdam, 10. Juni 2021. Der 15. Juni ist der Internationale Tag des Windes – ein Datum, um auf die nicht ausgeschöpften Potenziale der Windkraft und Herausforderungen für die Energiewende hinzuweisen. Damit die Dekarbonisierung der Gesellschaft gelingt, muss sich das Angebot an günstigem und grünem Strom weltweit dramatisch erhöhen. Durch den Ausbau der existierenden Technologien ist das jedoch kaum zu schaffen. Deshalb sind enorme Investitionen in die Entwicklung neuer Technologien alternativlos.

Allein um den heutigen Stromverbrauch in Deutschland bis 2030 zu 100 Prozent durch Erneuerbare Energien abzudecken, wäre eine Verdopplung der installierten Leistung von heute jeweils rd. 50 GW Photovoltaik und Windenergie sowie ein massiver Ausbau der Netze und Speicher erforderlich. Die Reiner Lemoine Stiftung hat prognostiziert, dass der deutsche Stromverbrauch bis 2035 von aktuell rd. 600 Terrawattstunden auf 1.650 Terrawattstunden steigen wird. Allein der vollständige Umstieg auf die E-Mobilität erhöht laut Kieler Institut für Weltwirtschaft den Strombedarf um fast 20 Prozent. Klimaschonend ist das aber nur, wenn der Strom auch nachhaltig erzeugt wird.

Der Ausbau von Photovoltaik und Windenergie kommt anstelle der notwendigen 15 bis 20 GW nur schleppend mit 2 GW pro Jahr voran. Die Gründe: Langwierige Genehmigungsverfahren, fehlende Anreize und sinkende Akzeptanz bei den Anliegern. Ferner müssten je Kilowatt (Leistung, die ein Mensch braucht, der mit Windenergie versorgt werden soll) grob eine Tonne Beton und Stahl verbaut werden, eine enorme Kraftanstrengung und Umweltbelastung. Weltweit ist deshalb das Potenzial für die Energiegewinnung, die im Wind steckt, durch die heute verwendete Technologie nur zu einem sehr geringen Bruchteil ausgeschöpft.

Mehr Mut und Tempo beim Kampf gegen den Klimawandel nötig
EnerKíte arbeitet in enger Kooperation mit Industriepartnern und führenden deutschen Forschungseinrichtungen wie der TU Berlin, BTU Cottbus und dem Fraunhofer Institut an der Entwicklung von Flugwindkraftanlagen und somit an einer Technologie, die sich durch ein zweifaches Ertragspotenzial sowie eine bessere Umweltbilanz in der Anlagenerstellung auszeichnet und die zudem eine höhere Akzeptanz verspricht. Die bisher erreichten Ergebnisse erhalten nun auch Anerkennung durch die Auswahl von EnerKíte als Partner der Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Pavillons, das Thema Windkraft exklusiv für Deutschland und das Land Brandenburg auf der Expo 2020 zu repräsentieren. Deutschland hat in seiner langen Geschichte von Innovationen und Umweltschutz viele Konzepte und Ideen hervorgebracht. Weltweit wurden mit dem Begriff “Energiewende” Maßstäbe gesetzt – auch diesem Anspruch will der Deutsche Pavillon in Dubai gerecht werden: Der Expo-Auftritt hat unter dem Namen “CAMPUS GERMANY” das Thema “Sustainability” als Schwerpunkt.

“Wir sind stolz, dass unser Ansatz von der Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Pavillons ausgewählt wurde, um Deutschlands Innovationskraft im Bereich der innovativen Energieerzeugung zu demonstrieren. Für eine schnelle Umsetzung der Energiewende reicht das aber nicht aus”, so EnerKíte-Gründer und -Geschäftsführer Alexander Bormann. “Es mangelt immer noch an einer offensiven Innovationskultur, um mit mehr Mut und Tempo im Kampf gegen den Klimawandel die Entwicklung, Erprobung und Skalierung effizienter und umweltverträglicher Technologien zu beschleunigen sowie deren Kommerzialisierung im Frühstadium mit hoher Risikobereitschaft zu fördern. Es braucht massive, auf die gemeinschaftliche Herausforderung ausgerichtete, staatliche Förderinstrumente für schnelle Variationen mit Selektion und Auslese von Ideen. Mehr finanzielle Mittel würden den Bau und Betrieb mehrerer, auch noch nicht ausgereifter Prototypen und deren gleichzeitige Skalierung auf die Kraftwerksklasse ermöglichen. Darüber hinaus sind deutliche Erleichterung und Beschleunigung in Genehmigungsfragen, angepasste Einspeisetarife und Erleichterungen für neue Geschäftsmodelle, z. B. der dezentralen Eigenversorgung, nötig, um Innovationen und deren Vermarktung zur Reife zu bringen.”