Beispiele der Energiewende in der Stadt

In Städten gilt es andere Möglichkeiten für die Energiewende, ohne große Flächen im Umland zu nutzen. Die vorhandenen Ressourcen, insbesondere die Gebäude, müssen effizient genutzt werden
Initiativen für Mieterstrom in Berlin

In der Großstadt Berlin gibt es unterschiedliche Akteure, die den Ausbau von Photovoltaik und effizienter Kraft-Wärme-Kopplung mit BHKW in Mehrfamilienhäusern mit großem Engagement vorantreiben. Neben den klassischen Energieversorgern Lichtblick und Naturstrom sind das die Berliner Energieagentur und die Berliner Stadtwerke. Diese Anbieter verkaufen den lokal erzeugten Strom an die Bewohner des jeweiligen Hauses und ergänzen diesen bei Bedarf mit Strom aus dem Netz. Dieses Angebot wird Mieterstrom genannt und findet zunehmend Verbreitung im ganzen Bundesgebiet. Mit Mieterstrom können auch Mieter und Bewohner einer Éigentumswohnung von günstigerem Strom aus der PV-Anlage oder aus einem BHKW profitieren. Damit profitieren sie auch von der Energiewende  und sehen diese nicht nur als Kostenfaktor durch die EEG-Umlage.

Energiestrategie Berlin Adlershof 2020

Der Technologie- und Gewerbestandort Adlershof im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick ist ein Modell-Stadtteil mit übergreifendem Energiekonzept. Seit 2011 wird ein Energiekonzept erarbeitet und umgesetzt, das den Bedarf an Primärenergie bis 2020 um 30 Prozent gegenüber dem Trendfortschritt reduziert. Die Forschungsvorhaben “High Tech – Low Ex: Energieeffizienz Berlin Adlershof“ (2011-2013) und  “Energiestrategie Berlin Adlershof 2020“ (2013-2016) wurden durch die Forschungsinitiative „Energieeffiziente Stadt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Das Projekt soll die Nutzung von erneuerbaren Energien für Wohnungen, Gewerbe und Forschung erhöhen. Bei der Nutzung von Strom, Wärme und Kälte besteht gleichzeitig das Ziel die Effizienz der Anwendungen zu erhöhen. Die Einbeziehung der Menschen spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Energieeinspar-Contracting

Bei knapper Haushaltslage bleibt öffentlichen Einrichtungen wenig Spielraum um die energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen. In Berlin wird seit 1996 erfolgreich das Modell des Energiespar-Contracting genutzt, um den Energieverbrauch und die Energiekosten in öffentlichen Gebäuden zu reduzieren. Ein Energiedienstleister übernimmt die Kosten für Investitionen in energieeffiziente Technologien und gibt eine Garantie für die Einsparung ab. Die Einsparungen werden zwischen Energiedienstleister und Contracting-Nehmer geteilt. In Berlin wird dieses Modell seit 1996 erfolgreich umgesetzt und von der Berliner Energieagentur als Projektmanager begleitet. Zu den Gebäuden mit Energieeinspar-Contracting in Berlin gehören z.B. das Rote Rathaus, die Deutsche Oper und die Berliner Bäderbetriebe. Die durchschnittliche Energieeinsparung in den Berliner Gebäuden beträgt 26 Prozent.